Presserezensionen

Billerbecker Zeitung vom 14.2.2000
Diepholzer Kreisblatt vom 29.01.2000
Kreisanzeiger - Wetteraukreis vom 23.9.1999
Neheim-Hüstener Rundschau
 

Billerbecker Zeitung vom 14.2.2000

Auftaktveranstaltung zum Kulturprogramm 2000

Publikum im Bann der Gruppe "Blues Mafia"

Billerbeck (bgi) - In der Alten Landwirtschaftsschule herrschte am Freitagabend eine gepflegte Kneipenatmosphäre, denn zum Auftakt des städtischen Kulturprogramms 2000 sollte es einen besonderen musikalischen Leckerbissen geben: Die Gruppe "Blues Mafia" sollte das Publikum zu einer inspirierenden Reise durch den Blues mitnehmen.
Mittlerweile seit zwölf Jahren zusammen, hat die Band eine festen Platz in der Musikszene und spielt neben gut interpretierten Coverversionen viele Eigenkompositionen.
"Guten Abend", eröffnete Burkhard Ellger, "wir wünschen euch viel Vergnügen mit Blues, denn etwas anderes gibt es heute nicht. Es können sich noch einige Leute vor die Bühne legen, auf meinem Verstärker ist auch noch Platz", war sein erster Kommentar zum restlos ausverkauften Saal.
Mit einer guten Mischung aus den verschiedenen Stilrichtungen des Blues gelang es der sechsköpfigen Gruppe von Anfang an, das Publikum in seinen Bann zu ziehen. Das harmonische Zusammenspiel von zwei E-Gitarren (Burkhard Ellger, Rainer Achterholt), Bass (Roland Bergmann), Saxophon (Rüdiger Wilke), Bluesharp (Gerd Gorke) und Schlagzeug (Peter Samland), die Kommunikation der Musiker untereinander und mit dem Publikum waren perfekt.
Überzeugend auch die Stimmgewalt der sich abwechselnden Sänger, die immer wieder auch für humorige einlagen sorgten. "Don't let it die, don't let the music die", alle sangen diesen Refrain mit, und das damit ausgedrückte Gefühl zog sich durch den ganzen Abend.
Zuhörer aller Altersklassen wippten im Takt des Blues, klatschten mit, und wer im Saal keinen Platz gefunden hatte, verfolgte das Konzert vom foyer aus durch die geöffneten Türen. Klassiker wie Carry On und Clarksdale Mississippi erhielten ebenso lebhaften Applaus wie eigene Stücke.
Dabei war genug Platz für mitreißende Soloeinlagen, bei denen die Musiker die ganze Bandbreite ihres instrumentalen Könnens unter Beweis stellten. So bahnte sich unter anderem Rainer Achterholt seinen Weg durch die dichtgedrängten Tische und Stühle, um im hautnahen Kontakt seine Gitarre zum Publikum sprechen zu lassen.
Der Blues Mafia ist es jedenfalls mit Leichtigkeit gelungen, die gepflegte Atmosphäre im Saal der alten Landwirtschaftsschule in einem Bluesclub umzuwandeln.
Zufrieden äußerte sich auch rolf Schmiedel, Leiter des Amtes für Kultur und Tourismus in Billerbeck: "Dies ist ein Auftakt nach Maß für das Kulturprogramm 2000".

Diepholzer Kreisblatt vom 29.01.2000

Sich gegenseitig "gepusht"

Die "Blues Mafia" ließ beim Konzert in Sankt Hülfe musikalisch keinen Stein auf dem anderen

Sankt Hülfe - Mit dem ersten Konzert im Jahre 2000 waren die Jazzfreunde Diepholz mit der Verpflichtung der Blues Mafia ein gewisses Wagnis hinsichtlich des musikalischen Stils eingegangen.
Wenn auch eine Verwandtschaft zwischen Oldtime Jazz und Blues besteht, entscheidet doch immer noch die Interpretation dieser Stilrichtungen über Annahme oder Ablehnung durch das Publikum. Diese Frage stelle sich allerdings bei diesem Konzert überhaupt nicht.
Mit einem eruptiven Start rissen die sechs Vollblutmusiker sofort die Zuhörer in ihre musikalische Welt und wurden dort auch nicht mehr losgelassen. Es war von Anfang an nicht erkennbar, wer wen mitriss, tatsächlich pushten sich Publikum und Band gegenseitig hoch.
Der breite Bereich der Vorträge, der von Lulabay über Balladen nach Hardrock, von Swing über Gitarrenriffs der sechziger Jahre nach reinstem Blues reichte, verblüffte die Zuhörer immer wieder und erzeugte überschäumende Reaktionen. Mit drei Gitarren (Anmerkung: gemeint ist vermutlich 2 Gitarren und Bass !), einem Saxophon, einem Schlagzeug und einem Satz verschiedener Mundharmonikas war die Besetzung schon klassisch zu nennen.
Die zeitweise erzählenden Gitarren, die virtuos zwischen Crescendo und Einzelakkorden die ganze Palette diese Instrumente ausleuchten ließen, einem Saxophon, das Flüstern oder Brüllen konnte und dabei sensibel den Vortrag im Gleis hielt und das Schlagzeug mit einem Drive wie bei Bigbands wurden gekrönt von einem Arrangement sauber und mitreißend gespielter Mundharmonikas.
Mit zum großen Teil eigenen Stücken wurde der Urjazz in seiner Verwandtschaft zu Rock'n Roll und zum Swing beschworen. Man mußte schon sehr angestrengt überlegen, wann der ehrwürdige Saal Carsten Dieck solche Begeisterung schon einmal erlebt hatte.
Zuhörer aller Altersklassen wippten, tanzten oder klatschten hingebungsvoll mit. Man kann schon sagen, dass die sechs Artisten musikalisch keinen Stein auf dem anderen ließen.
Es war wirklich ein unglaubliches Ereignis, das bei allen einen großen Vorrat an positiver Energie hinterlassen hat.

Kreisanzeiger - Wetteraukreis vom 23.9.1999

Abwechslungsreiche Reise durch Blues-Geschichte

Die "Blues Mafia" gastierte beim Jazzclub-Ortenberg - Zuhörer schmolzen zu einer begeisterten Bluesgemeinde zusammen

ORTENBERG (mü). Stammgästen des Jazz-Clubs Ortenberg ist es sicher gleich beim Betreten des Saales Lenz in Selters aufgefallen: Die Bühne war verkabelt! Fünf Mikros an der Rampe, zwei E-Gitarren und ein Bass, dafür kein Stuhl für den Piano-Spieler. Tatsächlich stand ein ungewöhnlicher Abend bevor - aber einer, dessen Besuch sich lohnen sollte!
"Zum ersten mal seit zehn Jahren haben wir wieder eine reine Blues-Band bei uns zu Gast: Die 'Blues Mafia' aus Münster!", begrüßte der Vorsitzende des Jazz-Clubs Ortenberg, Uli Heck, die fünft Power-Musiker um Bandleader Burkhard Ellger (Gesang, Gitarre und in der Pause auch Piano). Was einer rockband Ehre gemacht hätte, entpuppte sich mit den ersten Takten von "Whos's there" als BLues pur - von Chicago bis New Orleans, von Wyominie Harris bis Ernie K-Doe, von Cover bis Eigenkomposition. Vom Fleck weg ließ sich das Publikum in den Bann einer spielfreudigen und virtuosen Band ziehen, die nicht nur ein breites Instrumenten-Spektrum und exzellenten Satzgesang präsentierte, sondern auch die Kunst der Publikumsanimation beherrschte. Nur Minuten dauerte es, bis die älteren Fans die Phonstärke akzeptiert und die jüngeren das rhythmusgerechte Fingerschnipsen heraushatten - bald schmolz der ganze Saal zu einer begeisterten Bluesgemeinde zusammen, die zur Zugabe sogar die Tanzfläche stürmte, "in Deutschland eine echte Seltenheit", wie Bandleader Ellger freudig feststellte.
Die Ankündigung einer "stilistisch abwechslungsreichen Reise durch die Bluesgeschichte, inklusive Country-, Soul- und Rhythm&Blues-Stücken" hatte nicht zu viel versprochen. Das Repertoire sorge für rasante Stil- und Stimmungswechsel, und auch die Talentvielfalt der Musiker hielt die Zuhörer in Atem: So bot die "Blues Mafia" mit Gerd Gorke einen Meister der Bluesharp und des authentischen schwarzen Gesangs als zweiten Frontmann. Die Eigenkomposition "My Music" bot Gorke die Gelegenheit, seine Stimme und sein gelassenes Laid-back-Timing voll zu entfalten. Rüdiger Wilke am Saxofon ist als hingebungsvoller Solist kein Unbekannter mehr. Faszinierend und so perfekt selten gehört: sein Zusammenspiel mit der Bluesharp.
Vor allem in den Slow-Blues und Balladen-Passagen schlug die Stunde für Rainer Achterholt als zweitem Solo-Gitarrist und kraftvollem Sänger. Virtuos: Sein sensibles Spiel mit den Klangfarben der Gitarre, bis ins fade-out hinein. Selbst die spontan eingestreuten Pausenfüller "Cansas City" und "The suitcase blues" gestalteten Burghard Ellger (am Flügel) und Gerd Gorke als musikalische Leckerbissen. Kein Wunder, dass man die "Sechs Herren mit schwarzen Instrumentenkoffern, die sich seit 1988 treffen, um einen Anschlag auf die technoverseuchten Gehörgänge unserer Zeit zu unternehmen" erst nach zwei Zugaben von der Bühne ließ.

Neheim-Hüstener Rundschau

Spontane Tanzeinlagen der Jazzfans im Nachtcafé

"Blues Mafia" schafft das Außergewöhnliche

Neheim. Einen besseren Abschluss zum Ende des Halbjahresprogramms hätte sich Arnsbergs Jazzclub nicht wünschen können: Mit der "Blues Mafia" präsentierte sich im Nachtcafé eine Gruppe, die es in mitreißender Art und Weise schaffte, das Publikum zu begeistern.
Es ist die Art der Wiedergabe, mit der die Mafiosi auf der Bühne stehen. Allen voran Bandleader Rüdiger Wilke. Der Mann am B-Tenor-Saxophon beherrscht neben seinem Instrument meisterhaft das Entertainment. Seine spielerische Einlage beim Gang durch die dichten Publikumssreihen ließ selbst den letzten, vielleicht noch zögernden Zuhörer rhythmisch mitwippen. Rüdiger Wilke hat seinen unmittelbaren Gegenpart im Mundharmonikaspieler Gerd Gorke. Beide können sich in ihrem Spiel gegenseitig motivieren, treiben sich zu musikalischen Höchstleistungen.
Es ist der häufige Wechsel von Solo- und Backgroundgesang, der die Blues Mafia auszeichnet. Ausgefeilt, technisch perfekt und stark rhythmusbetont sind die Bläsersätze. Dabei überrascht das Zusammenspiel zwischen Saxophon, Mundharmonika und Gitarre. Überraschend ist auch, dass die blues Mafia zum überwiegenden Teil Eigenkompositionen bietet. Die Gruppe hat ihren eigenen Musikstil entwickelt, sie spielt den Blues mit Respekt vor dem Originalmaterial, aber mit unwahrscheinlicher Dynamik und Spontaneität.
Im Nachtcafé versetzten die Mafiosi besonders mit ihrem "Blues Party to Night" die Jazzfreunde in überschäumende Begeisterung. Darüber waren sich die Besucher einig: Wann hat es ein Jazzkonzert gegeben, in dem die Besucher spontan das Tanzbein schwingen ? Die Blues Mafia schaffte das Außergewöhnliche.